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Franz Joseph (1830-1916) Zum 100. Todestag des Kaisers

April 7, 2016 9:00 am by

Am 21. November 2016 jährt sich der Todestag Kaiser Franz Joseph I. zum hundertsten Mal. Als der Kaiser 86-jährig in Schloss Schönbrunn starb, regierte er so lange wie kein Habsburger zuvor. 68 Jahre lange lenkte er die Geschicke der Monarchie.

Er bestieg den Thron 18-jährig mitten im Revolutionsjahr 1848, nachdem sein Onkel Kaiser Ferdinand zu seinen Gunsten abgedankt hatte. In seine Regierungszeit fielen so wichtige Ereignisse wie der Ausgleich mit Ungarn 1867, der zur Doppelmonarchie Österreich-Ungarn führte, oder die Ermordung des Thronfolgerehepaares Franz Ferdinand und Erzherzogin Sophie 1914, die die Kriegserklärung an Serbien zufolge hatte und durch die Bündnisautomatik den Ersten Weltkrieg auslöste.

Das Stadtbild Wiens wurde während seiner Regentschaft geprägt durch die Schleifung der Stadtmauern und die Errichtung der Ringstraße mit ihren Prachtbauten wie der Staatsoper, dem Kunst- und Naturhistorischem Museum, dem Rathaus, dem Burgtheater und dem Parlament.

Konträr zum Aufblühen des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens in Wien um 1900 ist die Politik des Kaiser zu sehen, der fest an ein Kaisertum von Gottes Gnaden festhielt und eine parlamentarische Beteiligung des Volkes schon alleine deswegen ablehnte.

Nichtsdestotrotz war Kaiser Franz Joseph I. durchaus beliebt bei seinem Volk. Zum Bild des leidgeprüften Landesvaters trugen die vielen Schicksalsschläge, die er ertragen musste, bei. So verlor er seine erstgeborene Tochter Sophie im zarten Alter von zwei Jahren. Sein Bruder Maximilian wurde 1867 in Mexico hingerichtet und 1889 beging sein einziger Sohn Rudolf Selbstmord in Mayerling. Im Jahre 1898 wurde Kaiserin Elisabeth (Sisi), die er 1854 geheiratet hatte, ermordet. Bei dieser traurigen Nachricht sollen die Worte gefallen sein „mir bleibt doch nichts erspart auf dieser Welt.“

Die historische Deutung Kaiser Franz Josephs I. fällt demnach sehr unterschiedlich aus. Einerseits wird gewürdigt, dass es wohl seine Person war, die die Monarchie noch so lange zusammenhielt, und die unter seiner Regentschaft einen wirtschaftlichen Aufschwung erfuhr. So schrieb Joseph Roth 1932 in seinem Roman Radetzkymarsch: „Österreich-Ungarn, das ist jenes Stück Erde, das der liebe Gott Kaiser Franz Joseph anvertraut hat“.

Andererseits wurde seine Politik des Neoabsolutismus schon damals als nicht mehr zeitgerecht gesehen. Vernichtend ist das Zitat des österreichischen Psychiaters und Neurologen Erwin Ringel: „Der Mann wurde schon in der Kindheit durch seine Mutter und die Erziehung vernichtet, hat dann 68 Jahre regiert und hatte in dieser überlangen Zeit keine einzige konstruktive Idee gehabt.“

Die Ausstellungen zum 100. Todestag dieses legendären Kaisers versuchen nun, diese Persönlichkeit von verschiedenen Gesichtspunkten zu beleuchten und so ein kritisches und differenziertes Bild des Kaisers zu zeichnen.

Die Sonderausstellung findet an vier verschiedenen Standorten statt:

Schloß Schönbrunn: „Mensch & Herrscher“

In den Weißgoldzimmern, Berglzimmern und im Kronprinzenappartement wird sowohl die Person Franz Joseph als auch sein politisches Handeln dargestellt.

Kaiserliche Wagenburg Wien: „Repräsentation & Bescheidenheit“

Hier wird das kaiserliche Image beleuchtet: Einerseits musste Franz Josephs Herrscherbild den imperialen Ansprüchen eines Großreichs genügen, andererseits wurde aber auch seine persönliche Anspruchslosigkeit in den Vordergrund gerückt.

Hofmobiliendepot • Möbel Museum Wien: „Fest & Alltag“

Private Momente gab es im Leben Franz Josephs selten. Pflichtbewusst widmete er sich dem Aktenstudium. Als Herrscher jedoch pflegte er einen punkvollen Lebensstil und war wesentlicher Proponent der Wiener Ringstraße.

Schloss Niederweiden: „Jagd & Freizeit“

In diesem Jagdschloss wird auf Franz Josephs Faszination für die Jagd eingegangen.

Die Österreichische Nationalbibliothek zeigt zudem von 11. März bis 27. November 2016 im Prunksaal die Ausstellung Der ewige Kaiser. Franz Joseph I. 1830–1916. Über 10.000 Fotografien, Grafiken, Bücher, Zeitschriften und Lebensdokumente Franz Josephs befinden sich in der Österreichischen Nationalbibliothek. Die Schau präsentiert die Höhepunkte dieser umfangreichen Sammlung. Das Herzstück der Ausstellung ist die 10 Meter lange Bildwand mit 86 Porträts aus den 86 Lebensjahren des Kaisers.

Abseits der Sonderausstellung zum 100. Todestag können Sie auch im Heeresgeschichtlichen Museum auf Franz Josephs I. Spuren wandeln. Im Franz-Joseph-Saal sind persönliche Gegenstände, Gemälde und Uniformen aus der Zeit Kaiser Franz Josephs und des Vielvölkerstaats ausgestellt.

In der Kaisergruft (Kapuzinergruft) können Sie die die Gräber der verflossenen Habsburger besuchen.

Alle gennannten Ausstellungen sind in Ihrem Vienna PASS inkludiert.

image credit: © Schloß Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H. / Alexander Eugen Koller

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